Bernhard Moors

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut

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/ Viele leiden unter Ängsten /

 

WZ -Interview: Psychotherapeut Bernhard Moors über die Belastungen für Kinder und Jugendliche in der Pandemie, Warnsignale und knappe Therapieplätze
(Justine Holzwarth, Westdeutsche Zeitung 19. 04. 2021)

Kinder- und Jugendpsychologen schlagen Alarm: Immer mehr Kinder und Jugendliche in Nordrhein-Westfalen sind in psychotherapeutischer Behandlung – die Corona-Pandemie verschärft die Situation noch zusätzlich. Wie sehr Familien unter Kontaktbeschränkungen, geschlossenen Schulen und Kindergärten leiden, weiß Bernhard Moors, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut aus Viersen und Vorstandsmitglied der Psychotherapeu-tenkammer NRW. Er spricht im Interview über die derzeitigen Sorgen seiner jungen Patienten und gibt Tipps, wie Familien diese schwierige Zeit stressfrei überstehen.

Herr Moors, laut dem aktuellen Arztreport der Barmer wurden 2019 insgesamt 4,7 Prozent aller Kinder und Jugendlichen in NRW psychotherapeutisch behandelt – doppelt so viele wie 2009. Damit liegt NRW im bundesweiten Vergleich auf dem zweiten Platz. Die Pandemie soll die Situation noch weiter verschärft haben. Können Sie diese Entwicklung bestätigen?

Bernhard Moors: Leider ja. Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die zu mir kommen, hat besonders während der Corona-Krise stark zugenommen. Allein seit November 2020, also etwa mit Beginn des zweiten Lockdowns, sind die Anmeldungen um 50 Prozent gestiegen.

/ Lockdown verletzt Kinder-Seelen /

 

Bernhard Moors, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut aus Viersen und Vorstandsmitglied der Psychotherapeutenkammer NRW (PTK NRW), äußert sich besorgt über die psychischen Auswirkungen von Kontaktbeschränkungen und Homeschooling auf Kinder und Jugendliche und den strukturbedingten Mangel an Psychotherapie-Angeboten. (Westfalenpost, 03.02.2021)

 

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/ Seelische Belastungen von Kindern, Jugendlichen und Familien nehmen  in der Corona Pandemie deutlich zu /

 

im Januar 2021: Zitate von Kindern: „Corona, Corona, Corona, immer nur Corona… Mama ich höre nur noch Corona- Infizierte, Corona-Tote, mach das Radio aus… Corona ist blöd… ich vermisse so sehr meine Klasse… ich will wieder in den Kindergarten… warum soll ich mir in der Schule noch Mühe geben, bekomme eh keine Rückmeldungen….  Am liebsten wäre ich tot… ich sitze den ganzen Tag an den Aufgaben der Schule und verstehe nichts… warum soll ich aufstehen …ich will meine Freundin wieder treffen… ich habe Angst, auch dass meine Großeltern an Corona sterben… wann ist Corona wieder weg… können wir irgendwann wieder „normal“ leben?.... bestimmt nie wieder…also zocken bis der Arzt kommt…

 

Kindertagesstätte geschlossen, Schule geschlossen, kein Sport im Verein möglich, keine Kinder- oder Jugendgruppen möglich, keine Sozialkontakte … und wie lange dauert diese Situation noch? Wann kommt womöglich der nächste Lockdown?

 

Der zweite Lockdown bei der Bekämpfung der Corona Pandemie trifft Kinder, Jugendliche und deren Familien besonders hart.  Keine Schule, keine Kindertagesstätten, kein Sport, keine Gruppe, keine Sozialkontakte zur Gruppe der Gleichaltrigen zehren nicht nur an den Nerven der Eltern, sondern  behindern  Kinder und Jugendliche auch massiv in ihrer psychischen und sozialen Entwicklung. Insbesondere die jetzt langanhaltenden Kontaktsperren sind für Kinder und Jugendliche extrem, sind sie doch in ihrer Entwicklung auf die Gruppe der Gleichaltrigen angewiesen.  Auch die sehr unterschiedlichen Bildungsbedingungen durch Distanzlernen in der Schule führen zunehmend zu erkennbaren Bildungsdefiziten und ungleichen Bildungschancen, da viele Kinder sich alleine dieser Art des Lernens nicht gewachsen fühlen. Bei Abschlussklassen wächst die Angst den angestrebten Abschluss nicht zu schaffen. Homeschooling von morgens 9 Uhr bis abends 18 Uhr, kaum Ausgleich außer Fernseher, Netflix, Gaming und Co. Bei vielen jungen Menschen führt dies zu Langeweile, Antriebslosigkeit, Perspektivlosigkeit, mangelnder Motivation und Zukunftsängsten. Die psychischen Belastungen, die Kinder und Jugendliche nunmehr fast seit einem Jahr in unterschiedlicher Form erleben, sind insgesamt alarmierend.  Vorhandene seelische Belastungen verstärken sich oder lösen neue behandlungsbedürftige psychische Störungen aus.

Auch wenn bei manchen Kindern und Jugendlichen Ressourcen aktiviert wurden, kreativ mit der Gesamtbelastung umzugehen, trifft dies für eine zunehmend größer werdende Gruppe nicht zu.

Vermehrt zeigen sich Angst-, Zwangs- und Essstörungen, Leistungsabfall, Versagensängste  sowie Depressionen und eine Beschäftigung mit dem Tod. Kinder und Jugendliche erleben auch die Mehrfachbelastungen der Eltern durch z.B. Homeoffice und Homeschooling, Sorge um den Arbeitsplatz, was oft zu deutlich mehr Spannungen im häuslichen Umfeld führt und erleben häufiger als zuvor auch häusliche Gewalt. Eine ausgleichende Unterstützung  stärkender Ressourcen durch alterstypische Sozialkontakte fällt seit Monaten weg.  Der Medienkonsum steigt bei vielen älteren Kindern und Jugendlichen enorm, was einhergehen kann mit einer völligen Auflösung der Tagestruktur (Aussage eines Jugendlichen: „zocken bis der Arzt kommt….“).

Wir werden lernen müssen auch mit diesem Virus, dieser SARS-COV-2/Covid 19 Erkrankung zu leben, umzugehen, wie mit anderen Erkrankungen auch. Es wird entscheidend werden, schon jetzt Konzepte und Ideen für eine Zeit nach dem Lockdown zu entwickeln, die außer einem Ausgleich der entstandenen Lerndefizite auch die emotionalen, sozialen und seelischen Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen im Blick haben.

 

5 Tipps für Familien die Zeit im Lockdown zu überstehen:

  1. Tagesstruktur erhalten oder wieder aufbauen
  2. Viel Bewegung, gerne auch im Freien
  3. Kontakte mit anderen  Kinder oder Jugendlichen – im Rahmen der Coronaschutzverordnung- ermöglichen
  4. Mit den Kindern und Jugendlichen über Corona sprechen, Fragen ehrlich zu beantworten, dabei ist es in Ordnung auch eigene Unsicherheiten zu benennen, denn „ was ich nicht weiß, kann ich auch nicht beantworten…“ Miteinander reden erleichtert die Situation für alle
  5. Probieren Sie einfach auch aus, was Ihnen und Ihren Kindern und Jugendlichen alles hilft durch diese schwere Krise zu kommen

12. Februar 2021:

/ Fast jedes dritte Kind ist psychisch auffällig /

 

Starke Belastung durch die Corona-Pandemie

 

Weit über 80 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland leiden unter dem erneuten Lockdown während der zweiten Coronawelle. Fast jedes dritte Kind ist momentan psychisch auffällig, vor der Pandemie traf dies nur auf jedes fünfte Kind zu. Zugenommen haben vor allem Ängste und psychosomatische Beschwerden. Kinder sind niedergeschlagen, gereizt, haben Kopf- oder Bauchschmerzen oder können nicht einschlafen.

 

Lesen Sie mehr unter Link zur BPtK: https://www.bptk.de/fast-jedes-dritte-kind-ist-psychisch-auffaellig/ 

 

/ "Ehrlich, aber nicht hysterisch"
Nach Drama in Solingen: Wie spreche ich mit meinem Kind über Gewalt und Verbrechen? /

 

Bernhard Moors, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut im Gespräch mit
FOCUS-Online-Redakteurin Anna Schmid:

 

Freitag, 04.09.2020: In einer Wohnung in Solingen wurden fünf tote Kinder gefunden, ihre Mutter soll sie umgebracht haben. Oft hören andere Kinder im Radio, Fernsehen oder Internet von derart schlimmen Vorfällen. Wie können Eltern angemessen auf die Sorgen ihres Nachwuchses reagieren?

Polizisten machten am Donnerstag eine grauenhafte Entdeckung: Die Beamten fanden fünf tote Kinder in einer Privatwohnung im nordrhein-westfälischen Solingen. Verantwortlich für ihren Tod soll die eigene Mutter sein. Die 27-Jährige wurde am Nachmittag ins Krankenhaus gebracht; zuvor hatte sie versucht, sich am Düsseldorfer Hauptbahnhof das Leben zu nehmen. Deutschlandweit sorgt der Fall aktuell für Entsetzen.

Während die meisten Erwachsenen mit solchen Schocknachrichten umgehen können, verstehen gerade jüngere Kinder oft nicht, was passiert ist. Wenn sie im Radio oder Fernsehen von den Geschehnissen hören, ist die Verunsicherung groß. Was können Eltern tun, um ihren Nachwuchs weder zu verängstigen, noch die Sorgen ihrer Kinder zu ignorieren?

"Eltern sollten Sicherheit, Ruhe und Geborgenheit vermitteln"

Der Kinder- und Jugendpsychotherapeut Bernhard Moors sagt im Gespräch mit FOCUS Online: "Wenn Kinder solche Vorfälle mitbekommen und danach fragen, sollte man auf jeden Fall auf sie eingehen. Wichtig ist, sie zu fragen, was genau sie bisher wissen und wo sie von den Ereignissen gehört haben." Denn erst dann könnten Eltern gezielt auf die Fragen ihrer Sprösslinge eingehen. Ähnlich sieht es auch die Kinder- und Neuropsychologin Kathrin Mikan.

Sie erklärt: "Das Drama in Solingen ist etwas, das Angst und Schrecken Stress auslösen kann. Daher ist es zentral, Kindern Sicherheit, Ruhe und Geborgenheit zu vermitteln. Stress und Angst können langfristig zu Konzentrations-, Schlaf- oder noch schwerwiegenderen Problemen führen." Im Fall der getöteten Kinder in Solingen könne man den eigenen Sprösslingen beispielsweise erzählen, dass so etwas sehr selten vorkomme und dass sie zu Hause in Sicherheit seien.

Auf Kinder, die Mitleid für die getöteten Jungen und Mädchen aus Solingen empfänden, könne man laut Mikan noch auf andere Art eingehen. "Eltern könnten dann zum Beispiel sagen, dass die Kinder im Himmel sind und mit ihren Sprösslingen eine Kerze für die Opfer anzünden, um sie bei der Verarbeitung des Themas zu unterstützen", schlägt die Kinderpsychologin vor.

"Kinder brauchen die Ansprache, sie müssen Fragen stellen dürfen"

Doch nicht alle Kinder fragen sofort nach, wenn sie von einem Vorfall wie dem in Solingen hören. "In solchen Fällen sollte man seinen Nachwuchs beobachten und abwägen", meint Jugendtherapeut Moors. Auf keinen Fall sei es angebracht, mit schlimmen Informationen über die Kinder hereinzubrechen und sie so zu verängstigen. Auch Mikan meint: "Prinzipiell ist es natürlich besser, wenn die eigenen Kinder von selbst zu einem kommen. Wenn man aber merkt, dass etwas nicht stimmt und sie sich ängstlich verhalten, dann sollte man darauf reagieren."

In jedem Fall sei es laut Moors jedoch wichtig, seinem Nachwuchs ehrlich zu antworten. "Kinder brauchen die Ansprache, sie müssen Fragen stellen dürfen. Je nach Alter kann man aus manchen Vorfällen auch den Schrecken herausnehmen, immer geht das jedoch nicht", sagt er. Verbrechen, Unfälle oder andere schlimme Ereignisse, von denen Kinder etwas mitbekämen, dürften weder überdramatisiert noch zu sehr heruntergespielt werden. "Ehrlich, aber nicht hysterisch sein", fasst es der Experte zusammen.

Räumliche Nähe ein entscheidender Faktor

Auf einen Aspekt weist Moors jedoch noch hin: Die räumliche Nähe. Denn wenn sich ein Verbrechen im Nachbarort ereigne, sei das meist deutlich belastender für Kinder als ein Mord in einer weit entfernten Stadt. "Dann wird in der Regel auch empfohlen, in Schulen oder Kindergärten über die Thematik zu sprechen", sagt der Psychotherapeut.

Er erinnert an den Fall Mirco: Der 10-jährige verschwand, nachdem er einen Skaterpark im nordrhein-westfälischen Grefrath besucht hatte. Nach über 100 Tagen wurde seine Leiche gefunden, ein Mann aus der Region hatte ihn sexuell missbraucht und anschließend getötet. Viele Kinder aus der Umgebung kannten den Jungen, weshalb sie besonders betroffen von dem Mordfall waren.

"Bilder von Gewalt können sich ins Gehirn von Kindern einbrennen"

"Bilder von Gewalt und Verwüstung können sich letztlich ins Gehirn von Kindern einbrennen", meint Mikan. Daher hält sie es für sinnvoll, mit Kindern keine "Erwachsenennachrichten" zu schauen. Sollte sich der Nachwuchs schon früh für das Weltgeschehen interessieren, empfiehlt sie Formate wie die Kindersendung "Logo". Darin werden Nachrichten altersgerecht aufbereitet. Die Gefahr, gerade jüngere Kinder mit Gewaltbildern zu verängstigen, sei dort am geringsten.


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/ Online in die PsychotherapiePraxis /

 

SO FUNKTIONIERT DIE VIDEOSPRECHSTUNDE

 

Im Juli 2020: Es ist soweit, auch wir können Ihnen jetzt für besondere Situationen eine Online-Videosprechstunde anbieten. Dabei läuft die psychotherapeutische Sitzung ähnlich ab wie in der Praxis, wir befinden uns nur an getrennten Orten. Der Austausch erfolgt am Bildschirm, ohne dass Sie hierzu in die Praxis kommen müssen.

Dies kann hilfreich sein, wenn eine Therapie ansonsten wegen eines längeren Aufenthaltes an einem anderen Ort (z.B. Praktika), einer spezifischen Erkrankung o.ä., wochenlang unterbrochen werden müsste. Ein aktuelles Beispiel ist auch die Cornoa Pandemie Krise, wenn z.B. jemand in Quarantäne muss.

Wichtig: Die Videosprechstunde ist kein Ersatz und wird von uns auch nicht als Alternative für eine Psychotherapie, die von Angesicht zu Angesicht abläuft, angeboten.

Für die Videosprechstunde benötigen Sie keine besondere Technik: Computer, Tablet oder Smartphone mit Bildschirm oder Display, Kamera, Mikrofon und Lautsprecher sowie eine Internetverbindung reichen aus. Die technische Verbindung läuft über einen Videodienstanbieter, den die Praxis beauftragt und der besondere Sicherheitsanforderungen erfüllen muss (u.a. Ende zu Ende Verschlüsselung). Damit ist sichergestellt, dass das, was wir besprechen, auch im „Therapieraum“ bleibt.

Eltern werden gebeten Ihren Kindern einen gesicherten und störungsfreien Raum für diesen besonderen Fall zur Verfügung zu stellen.

Der genaue Ablauf wird mit Ihnen, bzw. mit den Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Einzelfall abgeklärt.

/ Kinder leiden besonders unter Kontaktsperren /

 

von Jannetta Janßen, Reporterin RP

Rheinische Post, Viersen 17. April 2020:

 

Angesichts von Corona erleben Familien eine nie da gewesene Situation. Sie müssen zu Hause bleiben und das seit Wochen. Soziale Kontrollen werden erschwert. Je länger es dauert, desto größer wird die Belastung.

Schulen geschlossen, Kindertagesstätten ebenfalls – und eine Lösung für alle ist in den kommenden Tagen erst einmal nicht in Sicht. Zumindest werden viele Eltern mit den Einschränkungen die nächsten Wochen so weiterleben müssen.

Bernhard Moors ist Kinder- und Jugendpsychotherapeut und kennt die Konflikte und Probleme von Familien nur zu gut. Fünf Wochen sind Familien jetzt zu Hause, zudem gibt es noch bis 3. Mai Kontaktsperren. Keine Großeltern, keine Freunde treffen. Eine enorme Belastung für Kinder, aber auch die Eltern. „Langsam macht sich zusätzlich zu der Isolation auch die Angst bei den Kindern bemerkbar“, sagt der Therapeut, der seit 1997 praktiziert. Fragen wie „Was passiert, wenn ich die Großeltern doch besuche, können sie dann sterben?“ bewegen derzeit auch seine kleinen Patienten. Für Kinder und Jugendliche, die unter Angststörungen leiden, sei dieser Zustand gerade eine zusätzliche Belastung. Betreuungsprobleme bei arbeitenden Eltern, Überforderung, Gewalt unter Ehepartnern, eine vollständige Auflösung der Tagesstruktur können sich auch aufgrund der Enge in den Wohnräumen in dieser Zeit verstärken.

Seit dem 16. März sind dem Kreisjugendamt 15 neue Fälle bekannt geworden, die „einer Hilfestellung bedürfen“, heißt es auf Anfrage unserer Redaktion. Es handele sich jedoch nicht um konkrete Kindeswohlgefährdung. Seit dieser Zeit waren in drei Fällen Abklärungen einer möglichen Kindeswohlgefährdung erforderlich, in einem Fall kam es zu einer Inobhutnahme und stationären Unterbringung.

Für das Kreisjugendamt Viersen habe der Schutz vor Gewalt und Missbrauch von Kindern und Jugendlichen weiterhin oberste Priorität, betont Lothar Thorissen, Leiter des Amts für Jugend, Schule und Familie des Kreises Viersen. „Die konkrete Umsetzung ist jedoch ein schwieriges Unterfangen.“ Flexible Lösungen seien gefragt.

Die Arbeit des Jugendamts hat sich sich zwar aufgrund der Corona-Pandemie zwangsläufig verändert, doch die Mitarbeiter seien weiterhin bei möglicher Kindeswohlgefährdung jederzeit über andere Kanäle erreichbar. Auf konkrete direkte Kontakte werde verzichtet – stattdessen wird telefonisch, per Videoanruf oder über Facebook mit betroffene Familien kommuniziert. „Im Sinne des Kinderschutzes werden zwingend notwendige Maßnahmen durch das Kreisjugendamt gewährt“, betont Lothar Thorissen. Er sagt aber auch: „Ein längerfristiger Notbetrieb ist zunehmend schwierig.“

Bernhard Moors weiß, wie wichtig für die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen Bildungseinrichtungen sind. Statt Schule würden sie in den sozialen Medien lesen, was sie gerade alles nicht dürfen, erklärt der Psychologe. Und auch die unterschiedlichen Informationen jeden Tag würden weiter zu Verunsicherung führen. „Das Ausmaß der seelischen Belastungen bei vielen Kindern und Jugendlichen wird sich in einigen Wochen oder Monaten zeigen“, glaubt der Kinder- und Jugendpsychotherapeut aus Dülken.

Er rät allen, besonders in diesen Zeit aufmerksamer zu sein, nachzufragen, wenn etwas auffällt.

/ Praxisinformationen aufgrund der Corona Pandemie /

 

Im Dezember 2020/ Januar 2021:
Um die Ausbreitung des Corona Virus ( SARS-CoV-2/ COVID 19) zu verlangsamen, haben Bundes- und Landesregierungen in Deutschland drastische Maßnahmen zur Einschränkung des öffentlichen Lebens beschlossen.

Das Ziel ist es, die weitere Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen und die Gesundheitsversorgung im ambulanten und stationären Bereich aufrechtzuerhalten. Psychotherapeutische Praxen gehören zur ambulanten Gesundheitsversorgung und haben einen Versorgungsauftrag.

Wir erfüllen unseren Versorgungsauftrag auch in der derzeitigen Krise. Die Praxis bleibt geöffnet.

Wir passen unser Hygienekonzept laufend den aktuellen Erfordernissen an. Aufgrund der Größe der Praxisräume können wir alle erforderlichen Abstands- und Hygieneregeln einhalten. Um Ihre und unsere Gesundheit zu schützen, bieten wir im Bedarfsfall an, Sitzungen auch als Videotherapie durchzuführen.

Es ist uns wichtig, gerade in diesen Zeiten für die von uns betreuten Kinder, Jugendlichen und Familien zur Verfügung zu stehen und die Behandlungen wie vereinbart durchzuführen. Wir wollen dazu beitragen, dass die durch diese Krise zusätzlich verursachten psychischen Belastungen abgemildert werden.

Bei Fragen rufen Sie uns an!

/ Kinder stark machen gegen sexuelle Gewalt /

Psychotherapeut Bernhard Moors über Hintergründe und Vorbeugung bei sexuellem Missbrauch von Kindern und Jugendlichen

 

Im Oktober 2019: Nicht erst seit den Vorfällen auf einem Campingplatz in Lügde/ Westfalen wird deutlich, dass es meistens nicht der „fremde, böse Mann“ ist, der sich Kinder von der Straße wegschnappt.
Missbrauch passiert häufig in Situationen, in denen Bekannte oder Verwandte eine Vertrauensbeziehung des Kindes ausnutzen – zum Beispiel auch Bedürfnisse nach Zärtlichkeit fehlinterpretieren. Labile Kinder, die auf der Suche sind nach Zärtlichkeit und einer guten Beziehung und Kinder, die sich viel selbst überlassen werden, sind stärker gefährdet als gefestigte kleine Persönlichkeiten. Wer allerdings die Vorstellung hat, ein Kind „aus gutem Hause“ sei gegen Übergriffe gefeit, der irrt: Kinder aus allen gesellschaftlichen Schichten sind von sexuellem Missbrauch betroffen.

Kammerwahlen PTK 2019

v.l.n.r: Bernhard Moors, Barbara Lubisch, Oliver Kunz, Birgit Wich-Knoten, Herrmann Schürmann, Gerd Höhner, Andreas Pichler, Cornelia Beeking

/ Vorstandswahlen der PTK NRW am 28. August 2019
in Dortmund /

Düsseldorf, 30.08.2019: Am 28. August 2019 wählte die konstituierende

Kammerversammlung der Psychotherapeutenkammer NRW (PTK NRW) ihren neuen
Vorstand für die Wahlperiode 2019 bis 2024.

Gerd Höhner, seit 2014 Präsident der PTK NRW, wurde mit großer Mehrheit im Amt bestätigt. Ebenfalls mit großer Mehrheit bestätigte die Kammerversammlung Andreas Pichler, seit 2014
Vizepräsident der Kammer, in seinem Amt.

Nach Beschlussfassung der konstituierenden Kammerversammlung gehören dem neuen Vorstand der PTK NRW statt bislang fünf nun sechs Beisitzerinnen und Beisitzer an. Mit jeweils deutlicher Mehrheit wiederbestellt wurden Cornelia Beeking, Barbara Lubisch, Bernhard Moors und Hermann Schürmann. Als neue Beisitzende wurden mit zahlreichen
Stimmen Birgit Wich-Knoten und Oliver Kunz gewählt. Birgit Wich-Knoten ist als
Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin in Münster niedergelassen, der
Psychologische Psychotherapeut Oliver Kunz führt eine Praxis in Mülheim an der
Ruhr.

Mit den vorliegenden Wahlergebnissen wird die Vorstandskoalition von einer breiten Mehrheit in der Kammerversammlung getragen. Insgesamt gehören der Kammerversammlung der PTK NRW in dieser Wahlperiode 110 Mitglieder an.

Weiterführende Informationen unter www.ptk-nrw.de

/ Interview mit einem Kinderpsychotherapeuten /

Rheinische Post online vom 27.11.2018 und

Print Ausgabe vom 29.12.2018 im Hauptteil Rubrik Panorama A7

Viersen, 27.11.2018.

Hat mein Kind ADHS? Wieso ist es bloß so wütend? Und muss ich mir Sorgen machen, weil es nicht in die Schule will? Der Viersener Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut Bernhard Moors kennt die seelischen Nöte von Heranwachsenden.

Von Sebastian Dalkowski (seda), Reporter bei der Rheinischen Post.


Aus welchen Gründen kommen Kinder und Jugendliche in Ihre Praxis?
Bernhard Moors Gerade komme ich von einem Termin in einer Schule wegen eines zehnjährigen Kindes. Das hat Wutausbrüche und will nicht in die Schule gehen. Es kommen momentan Kinder zu mir, die beißen, treten und schlagen, andere werden gemobbt, haben Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren. Ein elfjähriges Kind sagte, es wolle nicht mehr leben. Dann habe ich gerade Kinder mit Schlafstörungen, Essstörungen, Depressionen, Ängsten und mangelnden Sozialkontakten in Behandlung. Missbrauch ist selten ein Anmeldegrund, sondern wird eher während der Therapie aufgedeckt.


Das klingt dramatisch.


Moors Ja, das ist auch dramatisch, denn hier geht es nicht um Befindlichkeitsstörungen, sondern um Schicksale. Das war auch vor 20 Jahren schon so.

/ Helfen Fidget Spinner einem hyperaktiven Kind? /

Fast alle jüngeren oder älteren Kinder haben mittlerweile einen oder mehrerer dieser Spielzeuge die man drehen und balancieren kann. Die einfachste Anwendung ist ihn zwischen Daumen und Zeige- oder Mittelfinger zu halten und ihn dann anzustoßen, dass er sich dreht. Darüber hinaus kann man weitere Aufgaben und Bewegungen damit bewerkstelligen, wie z.B. lange Drehzeiten oder werfen und auffangen, wobei sich der Spinner weiterdrehen muss. Er reiht sich damit ein in eine ganze Reihe von kleinen (analogen) Spielzeugen die immer wieder Kinder, aber auch Jugendliche und Erwachsene, begeistern und herausfordern können, wie z.B. Kreisel, JoJo, Fingerskateboard, Pen-Spinner u.ä. Der Name kommt aus dem Englischen, Fidget = Unruhe, Zappelphillip und spin = kreiseln, wirbeln.

/ HAT MEIN KIND AD(H)S? /


Mein Kind kann sich nicht gut oder nicht mehr gut konzentrieren, die Leistungen in der Schule werden schlechter oder schwanken...
Mein Kind sucht soviel Aufmerksamkeit, will immer im Mittelpunkt stehen...
Mein Kind ist so unruhig...
Mein Kind hört so schlecht zu, redet oft dazwischen...
Mein Kind missachtet immer wieder Regeln, zuhause oder in der Schule, eckt mit Mitschülern und Mitschülerinnen an...
Mein Kind träumt soviel in der Schule, es sei wenig „bei der Sache“ sagen die Lehrer oder Lehrerinnen...
Mein Kind...



/ Hat mein Kind also AD(H)S? /

 

Antwort: Vielleicht hat Ihr Kind AD(H)S, vielleicht aber auch nicht

Depressionen

v.li.n.re.: Bernhard Moors, Anke Pielsticker, Gebhard Hentschel, Barbara Lubisch, Michael Ruh, Ulrike Böker (Foto: Schilberg)

Gemeinsame Pressemitteilung

Wahl der Psychotherapeuten-Vertreter in der KBV

 

DPtV, bvvp und VAKJP:
Koalition setzt gemeinsame Arbeit fort

 

Berlin, 10. Februar 2017. Bei der Wahl der sechs Vertreter der Psychotherapeuten in der Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) fanden die Kandidaten der Koalition von DPtV, bvvp und VAKJP die breite Unterstützung der Psychotherapeuten aus allen KV-Regionen. Gewählt wurden Dipl.- Psych. Barbara Lubisch, Bundesvorsitzende der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung (DPtV), Dipl.-Psych. Gebhard Hentschel, stellvertretender DPtV-Bundesvorsitzender, Dipl. Psych. Dr. Anke Pielsticker, DPtV und Dipl.-Psych. Michael Ruh, stellvertretender Bundesvorsitzender DPtV sowie Dipl. Psych. Ulrike Böker, 2. stellvertretende Vorsitzende Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten (bvvp) und Dipl.-Soz.Päd. Bernhard Moors von der Vereinigung Analytischer Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten in Deutschland (VAKJP).


Die Koalition aus DPtV, bvvp und VAKJP hat sich für die nächste Wahlperiode viel vorgenommen Die Versorgung der Bevölkerung mit Psychotherapie steht für alle Gewählten im Vordergrund. Dazu gehöre, die reformierte Psychotherapie-Richtlinie mit Leben zu füllen, so dass Menschen, die Hilfe durch Psychotherapie suchen, nicht nur schnell ein erstes abklärendes Gespräch bekommen, sondern auch die anschließende Versorgung gewährleistet wird. Die vom Gesetzgeber vorgesehene Reform der Bedarfsplanung wird als Grundlage für eine Verbesserung der Versorgungssituation angesehen. Die Vergütung der Psychotherapie muss angehoben werden und eine wirtschaftliche Praxisführung ermöglichen, sind sich die Gewählten einig. Den Besonderheiten der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist Rechnung zu tragen, da die Behandlung von Kindern immer auch eine Prophylaxe für den späteren Erwachsenen ist.